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07 Buchkultur - Exemplarische Anamnese und Diagnose

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Dokumentation

Tafel 7:  Von der handschriftlichen Gedächtnisstütze zum öffentlichen Informationsmedium:
Neue Adressaten und neue Nutzungsmöglichkeiten

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Die handschriftlichen Aufzeichnungen dienten in alter Zeit entweder zur 'Unterleibung' des Gedächtnisses des Schreibers oder aber als Stütze in einer mündlichen Kommunikation. Als selbständige Informationsmedien, wie die modernen gedruckten Bücher, fungierten sie nicht.

 

D.JPG (3642 Byte) er mittelalterliche 'Magister' hatte seine Bücher nach dem Diktat seiner Lehrer selbst aufgeschrieben oder aber aus anderen Manuskripten kopiert.

Er las aus diesem Buch vor oder erläuterte es den Schülern im Gespräch.

Auch seine Zuhörer schrieben wieder mit und sorgten damit für die Verbreitung und den Erhalt skriptographischer Informationen.

 

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Erst nach ihrer typographischen Erfassung löste sich die Schrift aus ihrer Rolle als Magd der Rede. Erst jetzt erscheinen Bücher, die für sich in Anspruch nehmen, dass 'ein yeder' ohne 'Beiwesung' weiterer Personen aus ihnen 'selbst’ lernen kann.

 

S.JPG (3638 Byte) chriften, wie Ickelsamers
'Grammatica' oder Sebald Behems
'Kunst und Lerebuechlin' werden von
der Gesellschaft, ähnlich wie heute die
Computer, als 'künstliche Experten'
aufgefasst.

Wozu früher viele Gespräche mit
erfahrenen Lehrern notwendig waren,
dafür reicht jetzt eine Beschäftigung mit
dem Fachbuch aus.

 

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Als Adressaten und Anwender des Buchwissens treten nun ungelehrte 'Laien' auf. Für sie steht der Autor nur noch in den seltensten Fällen für Rückfragen zur Verfügung. Um diesem Laienpublikum die Botschaften verständlich zu machen, müssen hochgradig normierte Darstellungsformen, deren Prinzipien allseits bekannt zu machen sind, entwickelt werden. Ausgangspunkt dieser Darstellungen wird das 'perspektivische' Sehen und die Geometrie.

 

 

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